Ratgeber Leonair-Hilfsmittel

Da wir immer wieder gefragt werden, haben wir für Sie die wichtigsten Punkte zu Leonair-Hilfsmitteln zusammengestellt

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Die Bezeichnung „Aufstehhilfe“ wurde nach dem Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes der Krankenkassen (GKV) festgelegt. In der Gruppe (HMV 22.29.01. XXX) werden alle beim GKV zugelassenen Geräte chronologisch aufgeführt, unabhängig davon, ob sie mit motorischer Unterstützung oder Drehscheibe ausgestattet sind. Dieser kleine Ratgeber soll Patienten und Angehörige unterstützen, schnell zum passenden Hilfsmittel zu kommen.

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Das Hilfsmittelverzeichnis (HMV) unterscheidet bislang nicht, ob sich der Gurtansatz im Bereich Gesäß/Becken oder unter der Schulter befindet. Für einen MS-Patienten mit Schmerzempfindlichkeit unter der Schulter kann dieser Punkt jedoch entscheidend sein. Aufgrund der enormen Vielfalt von Aufstehhilfen in der HMV-Gruppe 22.29.01... in technisch sehr unterschiedlichen Ausführungen und den damit verbundenen Kostendifferenzen kommt es immer wieder zu Streitigkeiten und Missverständnissen. Oft wird aus Kostengründen ein für den Patienten untaugliches Hilfsmittel eingesetzt. Bis endlich das richtige Hilfsmittel zum Einsatz kommt, können Wochen oder sogar Monate vergehen.

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Alle Hilfsmittel von Leonair Rehatechnik sind Aktiv-Hilfsmittel, d.h. der/die Betroffene muss über eine gewisse Restmobilität (Rest-Aktivitätsvermögen) verfügen. Sie oder er kann greifen, sich eventuell sogar festhalten oder/und die Beine/Füße belasten. Diese jeweilige Patientenfähigkeit kann durch die Nutzung der Leonair-Hilfsmittel unterstützt und gefördert werden. Genauere Angaben dazu finden Sie unter Punkt 6 des Leonair Fragebogens (bitte telefonisch oder per Mail bei uns anfordern). Hat der Betroffene keinerlei Aktivitätsvermögen, kommt nur ein Passiv-Hilfsmittel (Patientenlifter, Tragetuchlifter etc.) in Frage.

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Stehen: Dieser im Zusammenhang mit Hilfsmitteln verwendete Begriff sorgt immer wieder für Verwirrung. Freies Stehen findet bei Aufstehhilfen nur sehr selten statt. Der Patient wird entweder in der Vertikalen durch einen Gurt gehalten oder/und der Patient kann nur mit Hilfe der Festhaltemöglichkeit stehen.

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Stehübungen: Grundsätzlich sind die Leonair-Hilfsmittel Roleo, Elea und Emmy für Stehübungen geeignet, weisen jedoch keine eigene Hilfsmittel-Nr. dafür aus. Denn ein Hilfsmittel darf nicht gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Nummernbereichen geführt werden. Es spricht jedoch nichts dagegen, die oben aufgeführten Leonair-Hilfsmittel nach positiver Bewertung des Therapeuten als Stehübungsgeräte zu verwenden. Reine Therapiegeräte finden Sie in einer anderen HMV-Gruppe.

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Unsere Eignungstabelle finden Sie auf der Leonair-Homepage auch als pdf-Datei zum Ausdrucken. Sie dient als Hilfe zur ersten groben Einschätzung.

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Unseren Fragebogen können Sie telefonisch oder per Mail anfordern. Vor der Erprobung sollte dieser so genau wie möglich beantwortet werden um das richtige Gerät auszuwählen – dies ist auch telefonisch möglich.

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Sämtliche Leonair-Hilfsmittel erfordern eine in das jeweilige Gerät eingewiesene Pflegekraft.

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Äußere Rahmenbedingungen (siehe auch Punkt 6 unseres Fragebogens) Teppiche verursachen bei den kleinen Rädern der Hilfsmittel (ohne Rollstühle) erhöhten Kraftaufwand beim Verschieben/Fahren. Für bereits leicht erhöhte Türschwellen gilt dasselbe.
Bei Transfer Rollstuhl-Treppenlift muss in jedem Fall geprüft werden, ob das jeweilige Hilfsmittel passend manövriert werden kann.
Unterfahrbarkeit von z.B. Pflegebett oder Mobiliar ist aus Sicherheitsgründen auch für die Leonair-Hilfsmttel empfehlenswert, aber nicht Bedingung. Dies muss bei der Erprobung vor Ort festgestellt werden.

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Patientenspezifische Anpassungen sind grundsätzlich auf Anfrage möglich.
Beispiel: Bei Schlaganfall-Patienten ist häufig die sichere (evtl. fixierte) Ablage des betroffenen Unterarms/der Hand nötig. Dies bewertet am besten der Therapeut. Die Ausführung wird normalerweise vom örtlichen Sanitätsfachhandel vorgenommen.

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Erprobungen der Geräte vor Ort sind empfehlenswert und meist auch Bedingung des jeweiligen Kostenträgers (Kranken-, Pflege-, Unfallkasse etc.). Wird die Erprobung durch uns durchgeführt, erstellen wir ein Erprobungsprotokoll. Wir legen großen Wert darauf, möglichst exakt den Erprobungsverlauf und das Ergebnis (evtl. mit vorgeschlagenen Änderungen) festzuhalten. Das für den Servicefall zuständige Sanitätshaus o.ä. sollte ebenfalls hinzugezogen werden. Eine Foto-/Filmdokumentation (entsprechend DSGVO) erleichtern die Bewertung durch den Kostenträger bzw. MDK deutlich.

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Ablauf bei Versorgung über Kostenträger
Leonair-Hilfsmittel können sowohl direkt von Firmen oder Privatleuten gekauft als auch per Rezept verschrieben werden. Das Angebot schickt Leonair an das Sanitätshaus vor Ort, welches Rezept und Angebot beim Kostenträger des Patienten einreicht. Dies kann auch der Patient selbst oder ein Angehöriger übernehmen.

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Widerspruchsverfahren bei Ablehnung der Kostenübernahme durch den Kostenträger Hierzu finden Sie zahlreiche Hinweise im Internet. Um jedoch Zeit zu sparen und unnötigen Rückfragen vorzubeugen, empfiehlt sich, dem Kostenträger gleich sachlich mit Hilfe des Erprobungsprotokolls darzulegen, weshalb genau dieses Hilfsmittel verwendet werden soll.